TÜV Rheinland: Mit betrieblichem Gesundheitsmanagement die Familienfreundlichkeit im Unternehmen fördern

BY IN Attraktiver Arbeitgeber, Elternzeit und beruflicher Wiedereinstieg, Gesundheit in KMU, Mitarbeiterbindung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie NO COMMENTS YET , , , , , , , , , , , , , ,

Auch ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) kann dazu beitragen, dass gut qualifizierte Frauen Familie und Beruf verbinden können und sich im Betrieb gut aufgehoben fühlen. Die Weltstillwoche vom 28. September bis 4. Oktober 2015 machte unter dem Motto „Arbeiten und Stillen – gemeinsam geht’s“ darauf aufmerksam, dass junge Frauen oft zeitnah nach einer Geburt in den Beruf zurückkehren möchten.

Im Jahr 2012 waren nach Angaben des statistischen Bundesamtes rund 9 % der Mütter mit einem Kind unter einem Jahr berufstätig, 38 % davon in Vollzeit. Dr. Wiete Schramm, Fachgebietsleiterin Arbeitsmedizin bei TÜV Rheinland: „Für Stillende gelten laut Mutterschutzgesetz die gleichen Arbeitsschutzbestimmungen wie für Schwangere.“ Unternehmen könnten den besonderen Anforderungen werdender und stillender Mütter Rechnung tragen, indem sie grundsätzlich die Bestimmungen des Mutterschutzgesetzes bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen mit berücksichtigen.

Gemeinsam familienfreundliche Lösungen finden

Wie der Wiedereinstieg in den Beruf funktionieren kann, hängt von den Gegebenheiten im jeweiligen Unternehmen und den Möglichkeiten der Arbeitnehmerin ab. Gespräche zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiterin können eine Lösung ergeben, von der beide Seiten profitieren. Ein Beispiel: Für stillende Mütter sieht das Mutterschutzgesetz Stillpausen vor, die als Arbeitszeit gelten. Wann im Verlauf des Arbeitstages die zwei halbstündigen Pausen genommen werden, kann individuell abgestimmt werden. Möglich wäre beispielsweise die Kombination mit der Mittagspause, sodass die Pause lang genug ist, um zum Stillen nach Hause zu fahren.

Möglichkeiten, die Arbeitszeit für Mütter flexibel und familienfreundlich zu gestalten, gibt es viele: Vertrauensarbeitszeit, Teilzeitarbeit oder eine Kombination von Präsenzzeiten am Arbeitsplatz und Telearbeit zu Hause. Einen besonderen Vorteil bietet die Mischung aus Präsenzpflicht und Home-Office: Die Frau ist durch die Zeit im Unternehmen in das Team eingebunden und hält soziale Kontakte. „Wichtig für eine reibungslose Organisation der Kinderbetreuung und des Familienlebens sind planbare Arbeitszeiten“, betont Schramm außerdem.

Lebensphasenorientierung als Aspekt im BGM

Ein Ansatzpunkt für Familienfreundlichkeit im Unternehmen ist das BGM: Mütter und Väter sollten im Kontext der Kindererziehung gesehen werden. Beide benötigen den Freiraum, Zeit für die Familie zu investieren. „Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements wie Rückenschulen und Präventionskurse zum Stressmanagement betreffen viele Mitarbeiter. Auch besondere Lebensphasen wie Familiengründung oder die Pflege von Angehörigen können Inhalt solcher Maßnahmen sein und so die Teilnehmer darauf vorbereiten. So bindet beispielsweise ein Familiensportfest Mitarbeiter in Elternzeit in das Betriebsleben mit ein und fördert den Teamgeist im Unternehmen. Das trägt zu einem guten Miteinander bei, von dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer im beruflichen Alltag profitieren“, so Schramm.

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