Doppeltes Talent auf einer Stelle – Jobsharing im Mittelstand

BY IN Attraktiver Arbeitgeber, Mitarbeiterbindung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie NO COMMENTS YET , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Gastautorin Jana Tepe von Tandemploy zum Thema Jobsharing

 

Zwei Menschen teilen sich eine Stelle und arbeiten dabei als Team eng zusammen. Was zuerst nach Mehraufwand klingt, hat auf den zweiten Blick viele Vorteile und ist in der Umsetzung gar kein Hexenwerk. Beim Jobsharing Arbeitsmodell lohnt, gerade für den Mittelstand, ein genaueres Hinsehen.

 

Jobsharing ist nicht gleich Teilzeit

Mit traditioneller Teilzeit hat Jobsharing nur die reduzierte Stundenanzahl gemein. Durch die enge Teamarbeit werden im Jobsharing ganz neue Stellen teilzeittauglich – und somit für neue Zielgruppen attraktiv. Jobsharing macht es möglich, den eigenen Job in Teilzeit zu machen. Es ist ein Lebensphasen-Modell, das der Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen ganz neuen Spielraum bietet – und darüber hinaus noch weitere Einsatzmöglichkeiten bereithält.

 

1. Jobsharing öffnet neue Zielgruppen

Gerade junge Talente suchen neue Jobmodelle. Für junge Kreative, die High Potentials, die Generation Y sind  lebensfreundliche Arbeitsmodelle eines der stärksten Kriterien bei der Arbeitgeberwahl. Ein traditionelles 40-Stunden-Angestelltenverhältnis ist für sie in vielen Fällen gar nicht mehr denkbar. Jobsharing als Modell anzubieten, schafft einen neuen Zugang zu den Talenten von morgen.

 

Vor allem jungen Eltern und insbesondere Müttern können Unternehmen durch Jobsharing die Möglichkeit bieten, schnell in den alten Job  zurückzukehren. Dank Jobsharing – und durch das Zur-Seite-Stellen eines Tandempartners – mit doppelter Power statt halber Kraft.

 

2. Jobsharing ist ein Wettbewerbsvorteil

Wer Jobsharing anbietet, hebt sich am Markt deutlich positiv ab. 20,4% der Unternehmen in Deutschland bieten Jobsharing bereits an und haben damit durchweg positive Erfahrungen gemacht. Wer das Modell als Arbeitgeber einmal ausprobiert hat, bleibt in nahezu allen Fällen dabei. Glückliche Mitarbeiter, gute Erfahrungen – und ein nicht zu unterschätzender Employer Branding Effekt, der natürlich auch nach aussen dringt.

 

3. Doppelte Kompetenz

Zwei Menschen bringen doppelte Erfahrung, verschiedene Kompetenzen und Stärken, unterschiedliche Ideen und Perspektiven mit. Sie sind Sparringspartner und sehen und können gemeinsam mehr als alleine. Die Kommunikation und Absprachen funktionieren alleine dadurch bedingt, dass Jobsharing-Paare ein großes Eigeninteresse daran haben, dass das Modell ein Erfolg wird.

4. Echte Loyalität

Glückliche Mitarbeiter sind loyal! Im Schnitt bleiben Jobsharing-Tandems länger bei einem Arbeitsgeber als der durchschnittliche deutsche Angestellte. Wenn Mitarbeiter sehen, dass ihr Arbeitgeber Modelle für jede Lebensphase anbietet, fällt es ihnen  leichter, sich langfristig dort zu sehen.

 

5. Gesicherte Nachfolge

Auch für die Nachfolgeplanung bietet Jobsharing neue Lösungsansätze. Ältere, die in Altersteilzeit gehen möchten, arbeiten ihre jungen Nachfolger ein, die gleichzeitig noch genügend Zeit für Fortbildungen oder einen berufsbegleitenden Master haben. Das Know-How bleibt erhalten – und beide Parteien profitieren von den Gedanken und Sichtweisen der jeweils anderen Generation.

 

6. Einer ist immer da!

Bei Spitzen packen im Zweifelsfall beide Jobsharing-Partner an. Und auch im „normalen“ Betrieb ist immer mindestens einer verfügbar. Wer ausgeglichen ist, ist generell schon einmal weniger krank – und im Krankheitsfall kann stets der bestens informierte Tandempartner problemlos einspringen. Das gilt natürlich auch bei Urlaub.

 

7. Jobsharing fördert Vielfalt

Auch im Hinblick auf Diversity bietet Jobsharing neue Ansatzpunkte: Neben neuen Einsatzmöglichkeiten für Frauen und ältere Mitarbeiter bietet Jobsharing, bedingt durch die enge Teamarbeit, auch neue Wege, körperlich behinderte Menschen und Fachkräfte mit anderer Muttersprache in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, die andernfalls nur schwer einen Zugang finden würden.

 

Los geht’s?

In der Umsetzung ist Jobsharing, hat man sich einmal dafür entschieden, nicht weiter kompliziert. Die rechtliche Grundlage steht seit den 80ern, aus administrativer Sicht gibt es kaum Unterschiede zur Teilzeit und mittlerweile gibt es genügend Erfahrungswerte von Unternehmen, die Jobsharing bereits erfolgreich anbieten.

 

Eine gute Zusammenfassung der wichtigsten Fakten und Fragen aus HR-Sicht gibt es hier:

http://de.slideshare.net/Tandemploy/  (Powerpoint Präsentation mit FAQs für HR)

http://zweiteilen.de (Deutschlands erster Jobsharing-Blog mit Fakten, Tipps und Geschichten aus der Praxis)

 

Die Jobsharing-Plattform Tandemploy.com startet Ende Februar 2014 mit der Beta-Phase. Stellenausschreibungen sind während der Testphase für ausgewählte Mittelständler kostenfrei.

Jana Tepe Soulution Coaching Silke Mekat

Jana Tepe beschäftigt sich tagtäglich mit den Fragen unserer Berufswelt und setzt sich für lebensfreundliche Arbeitsmodelle ein. Mit ihrem Unternehmen Tandemploy möchte sie dem Thema Jobsharing in Deutschland eine Stimme geben und bei der Umsetzung unterstützen. Informationen und Erfahrungen rund um das Thema Jobsharing teilt sie auf dem Blog zweiteilen.de.

 

 

Schlagworte:  Tandemploy, Jobsharing, Zweiteilen,  Teilzeit, Personal, Arbeitszeitgestaltung, Arbeitszeitmodelle, Balance von Beruf und Familie, Bayern, Beratung, Employer Branding, Fachkräftemangel, Fachkräftesicherung, Familienbewusstes Führen, KMU, Maßnahmen für kleine und mittlere Unternehmen, München, Mitarbeiterbindung, Mitarbeitermotivation, Mittelstandsberatung, Silke Mekat, Solution, Soulution Coaching,  Vereinbarkeit von Beruf und Familie,

So, what do you think ?